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Vernissage

von Regina Wurster und Ensemble

 

Alles beginnt wie bei einer richtigen Vernissage: Die Künstlerin und die Galerieleiterin, die in letzter Sekunde fertig geworden sind, warten zusammen mit dem Pianisten auf die BesucherInnen. Die geladenen Gäste, die Künstlerin, die Kunstexperten, usw. (ZuschauerInnen und SchauspielerInnen) erscheinen zur Ausstellung der Bildobjekte mit dem Thema "Fallen". Eine Eröffnungsrede folgt, der Pianist sollte schon lange spielen, eine Malerin verirrt sich in den Raum, eine Esotherikerin findet alles wunderbar, kurz: die ZuschauerInnen lernen die einzelnen Figuren kennen. Es läuft jedoch nicht alles nach Plan, und als sich die Kunst nach der Intention der Künstlerin verselbständigt, fallen die Figuren in absonderliche Situationen. Geheime Wünsche werden wahr, Träume und Sehnsüchte werden lebendig. Es finden Geschichten und Begegnungen, Streiterein und Versöhnungen statt. Am Ende des freien Falls finden sich alle in der Galerie wieder. Ein wenig erschöpft, ein wenig glücklich. Dass am Ende die Würfel doch noch anders fallen, hätte niemand gedacht, doch gewusst haben sie's alle.

 

Von April bis Juli 96 trafen sich regelmässig am Montagabend 16 Jugendliche zum Theaterspielen im VorStadttheater. Geleitet wurden diese Abende von der Theaterpädagogin Regina Wurster. Ziel dieses Kurses war es zusammen zu improvisieren, verschiedene Ansätze und Regeln beim Miteinanderspielen kennenzulernen, der Phantasie auf der Bühne vollen Lauf zu gewähren und eine Gruppe zu werden, die Lust am gemeinsamen Spiel zu entdecken. Diese Ziele wurde erreicht. Zehn dieser Jugendlichen stehen nun zusammen auf der Bühne und erarbeiteten seit September 1996 ein eigenes Theaterstück. Zuerst wurde als Grundidee das Thema Museum gewählt. Während des Arbeitsprozesses am Stück wandelte sich diese Idee um in das Thema "Vernissage". Es wurden auch Jugendstücke gelesen, doch wollten alle ein eigenes Stück entwickeln.

 

Arbeitsweise

Als Ort des Geschehens haben wir eine Galerie bestimmt.

Warum ausgerechnet eine Galerie?

Die Galerie ist ein Ort an dem Normales, überraschendes, Mystisches, Geheimnisvolles passieren kann, ein Ort an dem sich viele Menschen begegnen, an dem viele Geschichten und Begegnungen stattfinden können.

Auch verbinden wir mit diesem speziellen Ort bzw. Raum alle eigene Geschichten und Erlebnisse.

Zusätzlich wollen wir das oftmals Sterile und allzu Künstliche, das ein Galerieraum mit sich bringen kann aufbrechen und es mit Lebendigem füllen.

 

Dies sind alles Gründe, warum der Galerieraum eine ideale Ausgangssituation bietet, um mit einer grossen Gruppe von Jugendlichen ein Stück zu entwickeln.

In einer ersten Probephase wurden möglichst viele Geschichten, Figuren und Begegnungen über Improvisationen erarbeitet. Gleichzeitig fanden unsere theatralen Recherchen direkt an Vernissagen statt: Beobachtungen der verschiedenen BesucherInnen, verstecktes Theater, etc.

Anschliessend schrieb Regina Wurster unter der dramaturgischen Mitarbeit des Theaterpädagogen Markus Keller-Rottmeier eine Spielfassung, die dann in der zweiten Probephase überarbeitet und inszeniert wird.

 

Die Beteiligten

Die Galeristin Daniela Rufener
Die Künstlerin Ira Soldatenko
Der Pianist Niklaus Luginbühl
Die Esotherikerin Manuela Horber
Die Blinde Christine Müller
Der Begleiter der Blinden Roger Schweizer
Verwandte der Künstlerin Evelyn Lüscher
Freundin Veronica Soldatenko
Freundin Cornelia Stacher
weitere Figuren... Ensemble
Techniker Nico Dreher
   
Autorin/Regie Regina Wurster
Assistenz Markus Keller
Bühne Ivano De Riva
Produktionsleitung Stefan Guhl

Daten

Probestart Montag 16. September 1996
   
Premiere Mittwoch 12.Februar 1997
2te Aufführung Freitag 14. Februar 1997
3te Aufführung Samstag 15. Februar 1997
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